Energiewende – was das alles kostet!
Josef Göppel, CSU-Bundestagsabgeordneter, letzte Woche in einem Interview: „Die Argumente, dass das alles so wahnsinnig viel kostet, kommen häufig von den Leuten, die gerne bei den alten Zuständen bleiben möchten.“
Beispiel Netzkosten Wenn der Strom, der uns im Süden nach Abschaltung der AKW fehlen wird, nicht in Offshore-Windparks sondern in dezentralen Windkraft-Anlagen hier im Süden erzeugt wird, brauchen wir erheblich weniger neue Leitungen vom Norden in den Süden. Auch kleinere Anlagen brauchen weniger Netze als Großanlagen.
Die Atomkonzerne EnBW, EOn, RWE und Vattenfall träumen dagegen von Großtechnik wie Offshore, Desertec und CO2-Verpressung (CCS). Auch wenn dies energiepolitisch ein teurer Unsinn ist.
Die Kreise, die die enormen Netzkosten vorschieben, sind die selben, die uns mit Desertec Strom aus afrikanischen Wüsten über Tausende Kilometer heran schaffen wollen. Hier spielen die Netzkosten keine Rolle?
Beispiel Kraftwerks-Investitionen Der Ausbau regenerativer Kraftwerke ist in den letzten 10 Jahren fast ausschließlich durch Bürger und Stadtwerke finanziert worden und übersteigt die Investitionen der Atomkonzerne in Großkraftwerke deutlich. Für den Bau dezentraler Anlagen braucht es keine milliardenschwere Steuerfinanzierung. Die Mechanismen und Anreize des EE-Gesetz reichen völlig aus und haben sich bewährt.
Beispiel Stromerzeugung Jede Stromerzeugung, die auf endliche Brennstoffe angewiesen ist (Kohle, Gas, Uran…), muss zwangsläufig teurer werden. Wind und Sonne wird es immer geben — kostenlos.
Beispiel Atomlasten Zu den Kosten der Energiewende rechnen einige die enormen Kosten des Atommülls hinzu (Asse, Gorleben, …). Diese Kosten haben nichts mit der Energiewende zu tun und kommen ohnehin auf uns zu — auf uns, nicht auf die Atomkonzerne!
Das Gerede um steigende Kosten ist also eher der Versuch mächtiger Interessen, die „German Angst“ zu instrumentalisieren für ihre Zwecke.
Dass die Strompreise stabil bleiben oder gar sinken, haben wir selbst in der Hand: „Auch die Zunahme des Wettbewerbs könnte sich senkend auf den Preis auswirken“, so beispielsweise die Prognose von Claudia Kemfert, Energieexpertin des DIW. • hjk
