Stromüberschuss-Rekord in 2012

02.04.13 Deutsch­land hat noch nie soviel überschüssigen Strom exportiert wie 2012 — vier­mal mehr als 2011.

Deutschland bleibt trotz des Atom­aus­stiegs Strom-Ex­port­land. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, betrug der Überschuss 22,8 Terra­watt­stun­den (TWh). Das entspricht der Jahresproduktion von mehr als zwei Atom­kraft­wer­ken. Das Land nahm durch den Stromexport 1,4 Milliarden Euro ein. Die wichtigsten Abnehmer waren die Nachbarländer Schweiz, Österreich und die Niederlande. Nach der Katastrophe von Fukushima waren 2011 acht von 17 deutschen Atomkraftwerken stillgelegt worden.
Der Anteil erneuerbarer Energieträger an der Deckung des Strom­ver­brauchs betrug 2012 fast 23 Pro­zent (2011: 20,5 %). Mehr unter Atomenergie. • hjk

„Hiroshima ist überall“

11.03.13 Zum Fukushima-Gedenktag, Marktplatz Waldkirch

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Offshore-Windstrom überbewertet

15.01.13 Einer der entscheidenden Vorteile von Offshore wankt: Verlässlichkeit

Windkraft im Meer wird bisher wesentlich höher gefördert mit dem Argument, es würde vor der Küste nicht nur mehr Strom erzeugt, sondern auch ver­läss­licher, da der Wind häufiger wehe.

Eine Studie der Stiftung „100 Prozent erneuerbar" stellt diese Einschätzung in Frage. Die Autoren haben an 37 Standorten Winddaten ausgewertet. Sie kommen zu dem Schluss, dass an Land der Wind verlässlicher und gleichmäßiger weht. Außerdem gäbe es ein „Ausgleichspotenzial": wenn es im Norden wenig Wind hat, weht er meist im Süden stark und umgekehrt. • hjk

Die Schwierigkeiten mit der Nachhaltigkeit

Jede Partei und jedes Unternehmen schreibt sich heutzutage als Ziel die Nachhaltigkeit auf die Fahnen. Das generelle Wachs­tums­modell stellen sie aber meistens nicht infrage. Wissen­schaftler sind sich darüber uneins, ob sich Nachhaltigkeit und Wachstum tatsächlich kombinieren lassen.

In der Sendung „Aus Kultur- und Sozialwissenschaften“ des Deutschlandfunk wurden die Schwierigkeiten mit der Nachhaltigkeit bei unverändertem Wachs­tumstreben eingehend beleuchtet.

„Es ist bis heute noch nie gelungen, Kraft technischen Fortschritts wirt­schaft­liches Wachs­tum von ökologischen Schäden zu befreien. Jedes Wachs­tum geht einher mit zusätzlichen Umwelt­schäden." Niko Paech ist Professor für Produktion und Umwelt an der Universität Oldenburg.

„Wir würden sagen, es kommt darauf an, anschaulich zu machen, dass ein anderes Leben mehr Lebensqualität bietet, besser ist als das, was im Moment angeboten wird.“ Harald Welzer, Sozialpsychologe. • hjk

Der nukleare GAU ist wahrscheinlicher als bisher angenommen

03.06.12 West­europa trägt das welt­weit höch­ste Ri­si­ko ei­ner radio­ak­ti­ven Ver­seu­chung durch schwe­re Reak­tor­unfälle. Das Max-Planck-In­sti­tut für Chemie in Mainz hat vor wenigen Tagen eine hoch­brisante Studie veröffentlicht, nach der das Risiko eines nu­klea­ren GAUs wesentlich höher ist als bisher angenommen. Die For­scher rechnen mit einer Kern­schmelze alle 10 bis 20 Jahre, und in West­europa besteht das höchste Risiko in Südwest­deutschland.

Katastrophale nukleare Unfälle wie die Kernschmelzen in Tschernobyl und Fu­kushima sind häufiger zu erwarten als bislang angenommen. Wissen­schaft­ler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz haben anhand der bis­he­rigen Lauf­zeiten aller zivilen Kern­reak­toren weltweit und der aufgetre­tenen Kern­schmel­zen errechnet, dass solche Ereignisse im momen­ta­nen Kraft­werks­bestand etwa einmal in 10 bis 20 Jahren auftreten können und damit 200 mal häufiger sind als in der Vergangenheit geschätzt.

Zudem ermittelten die Forscher, dass die Hälfte des radioaktiven Cäsium-137 bei einem solchen größten anzunehmenden Unfall mehr als 1.000 Kilometer weit transportiert würde. Die Ergebnisse zeigen, dass West­europa – inklusive Deutsch­land – wahr­schein­lich einmal in etwa 50 Jahren mit mehr als 40 Kilo­becque­rel radioaktivem Cäsium-137 pro Quadrat­meter belastet wird. Ab die­ser Menge gilt ein Gebiet laut der Inter­natio­nalen Atom­energie Behörde IAEA als radio­aktiv kontaminiert. Die Forscher fordern aufgrund ihrer Erkennt­nisse eine tiefgehende Analyse und Neubetrachtung der Risiken, die von Kernkraft­werken ausgehen.

Im weltweiten Vergleich tragen die Bürger im dicht besiedelten Süd­west­deutsch­land durch die zahlreichen Kernkraft­werke an den Grenzen von Frank­reich, Belgien und Deutsch­land das höchste Risiko einer radioaktiven Verseuchung.

Die komplette englische Fassung des Artikels (10 MB) gibt es hier. • ws

Achse der Atomkraft

08.06.12 Atomkraft soll künftig gefördert werden wie Ökostrom. Kommentar von Ingo Arzt, www.taz.de

Die britische Regierung hält Atomkraft für so unverzichtbar, dass sie künftig gefördert werden soll wie Windkraft oder Solarzellen. Das ist nichts anderes als ein Eingeständnis, dass Atomkraft kommerziell nicht konkurrenzfähig ist. Früher erzählte man den Briten noch, Atomkraft sei too cheap to meter – zu billig, um den Preis überhaupt messen zu können. Die Milliarden flossen ver­steckt, wie in Deutschland, etwa durch Steuererleichterungen. Jetzt werden die Kosten transparenter, denn die EU duldet keine versteckten Subventionen mehr. Den alternativen Energien nutzt das allerdings nichts.

Hinter der Förderung steckt vor allem der französische Staatskonzern EDF. Der ist das derzeit einzige Unternehmen, das die Kapitalkraft für neue Atom­kraft­werke auf der Insel aufbringen kann. Damit wird nicht nur die bri­ti­sche Regierung erpressbar. Laut einem Bericht des Guardian arbeiten Experten der EDF sogar kostenlos direkt im britischen Energieministerium – und schrei­ben sich die Gesetze selbst.

Die Folge: Großbritannien und Frankreich bilden eine Achse für Atomkraft in der EU, der sich Tschechien und Polen anschließen. Welchen Sinn macht ein deutscher Atom­ausstieg, wenn Nachbarländer Atomkraft als Energie für das nächste halbe Jahrhundert zementieren? Von Seiten des deutschen Ver­tre­ters in der EU-Kommission, dem für Energie zuständigen Günther Oettinger, ist dazu nichts zu erwarten. Der ärgert sich lieber über den deutschen Öko­son­der­weg und definiert Atomkraft als Norm.

Würde jedoch die Bundesregierung die Energiewende ernst nehmen, würde sie längst versuchen, ein Gegengewicht zur Atomfront aufzubauen – mit Län­dern wie Italien oder Österreich. Doch davon ist bisher rein gar nichts zu sehen.

Die Energiewende-Wender

Die Pirouette der Kanzlerin nach dem japanischen Atom­desaster nährte die Hoffnung, das Ende des Atomzeitalters sei endlich gekommen. Zu früh gefreut. Ein einflussreicher Atomkern unter den Regierungs­politikern arbeitet gegen die eigenen Be­schlüs­se zum Atomausstieg und zur Energiewende.

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EU-Staaten fordern Subventionen für Atomstrom

Frankreich, Großbritannien, Polen und Tschechien wollen neue AKW bauen und fordern, dass die EU die Atommeiler als „emissionsarm“ genauso fördert wie erneuerbare Energien.

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Vielen Dank an Edeltraud Volk fürs Titelbild!

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Unser nächstes offenes BI-Treffen

findet voraussichtlich am 18. Juni statt (20 Uhr)

MEDIEN TIPPS

Alles im Griff?

25.04.13 Im Streit um die Kern­kraft wird oft ein wesent­licher Aspekt ausgespart: der Stand­punkt derer, die in Kern­kraft­wer­ken arbeiten. Und dabei liegt unser aller Siche­rheit in ihren Händen. Der Film erteilt ihnen das Wort.

Ein erschütternder Blick auf  auf die Motivation der Be­schäf­tig­ten in Atom­kraft­werken. Heute werden in Frank­reich 80 Prozent der Wartungs­ar­bei­ten an Sub­unter­nehmer ver­ge­ben — an die billigsten. Gewissen­hafte Leute werden entlassen und gemobt. Ein Film bei Arte.

Wahlkampf unter Strom

20.03.13 19:40 Uhr • DLF
Der Energiegipfel und die Strom­preis­bremse des Umwelt­minis­ters

Die Bundesregierung beharrt auf ei­ner Strompreisbremse, die Oppo­sition fordert ein Einlenken in Richtung er­neu­er­barer Energien. So wird der kom­men­de Energiegipfel kaum An­nähe­rung bringen. Die Energie­ver­sor­ger schaffen derweil mit neuen Kohle­kraft­werken Fakten gegen die Öko­ener­gien. Info, Text, Ton

Böen ins Netz!

13.01.13 16:30 Uhr • DLF
Wie die Stromversorgung für die Erneuerbaren umgebaut werden kann

Die Energiepolitik in Berlin bietet der­zeit das Bild vom Zauber­künst­ler, der die Geister nicht mehr los wird, die er rief: Vor einem Jahr läutete die kon­ser­va­ti­ve Regierung die Ener­gie­wen­de ein, indem sie die Lauf­zeit­ver­läng­e­rung für Atomkraftwerke zu­rück­nahm. Seitdem ist klar: Schon die nahe Zukunft gehört den Er­neuer­baren. Zur Sendung und vielen weiterführenden Links

App gegen Fahrradklau

Ergänzung zum Bügelschloss: Bremer Tüftler entwickelt ein System mit App.

Ein Sensor am Rad meldet bereits ver­dächtige Bewegungen des Fahr­reds auf das Smartphone. Ein zweiter Alarm geht raus, wenn sich das Rad vom Fleck bewegt. Dann wird auf­ge­zeich­net, wohin der Dieb das Rad bringt. Näheres bei Umwelt und Ver­braucher im DLF.

Online-Protest gegen Wasser-Privatisierung

Aufgrund einer geplanten EU-Richtlinie soll unsere Wasserversorgung künftig leichter privatisiert werden können. Stimmen auch Sie im Internet dafür, dass Wasser keine Handelsware wird, sondern unter öffentlicher Kontrolle bleibt.

Hier geht es zur Internet-Petition zur EU-Trinkwasserrichtlinie.

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