Eon: Die Zukunft ist schon fast zehn Jahre alt
Wie die von Eon versprochene „Zukunft der Energie" denn „konkret" aussehe, lautet diesmal die Frage. Antwort: „Hallo Frau Kuhn, zum Beispiel so: Wir bauen den Windpark ‚Amrumbank West' in der Nordsee."
Amrumbank West? Amrumbank West? Klingt irgendwie bekannt.
Genau, das ist einer jener Windparks vor der deutschen Nordseeküste, über die seit mehr als zehn Jahren geredet wird. Bereits im Jahr 2000 wurde der Antrag für das Projekt gestellt, Eon hat es 2002 vom niedersächsischen Windkraftpionier Ingo Rennert übernommen. Seitdem, schreibt der Konzern in einem „Factsheet" zu Amrumbank West, treibe man die Entwicklung des Windparks voran.
Nunja, besonders erfolgreich war Eon damit nicht. Bereits im Juni 2004 erteilte das zuständige Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie die Genehmigung, also vor geschlagenen siebeneinhalb Jahren. Im April 2005 wurde ein Messpfahl errichtet, unter anderem für Winddaten. Und dann passierte – erstmal nichts. Eon sagt, der Grund dafür lag in technischen Schwierigkeiten – und in der Tat hatte nahezu die gesamte Windkraftbranche unterschätzt, welche Herausforderung der Schritt vom Land aufs Meer ist. Doch gerade Eon ist in Fachkreisen seit Jahren nachgesagt worden, diverse Offshore-Projekte aufzukaufen und dann zu bremsen. Ziel sei, so der Verdacht, die profitablen Atom- und Kohlekraftwerke vor unliebsamer Konkurrenz zu schützen. Tatsächlich hat der Konzern früher gern gegen die Windkraft polemisiert. Und vor zwei Jahren gab Eon selbst zu, Windparks aus Renditegründen lieber im Ausland zu bauen.
Jedenfalls glänzte Eon bei der Offshore-Windkraft und beim Projekt Amrumbank West bisher vor allem durch Ankündigungen:
- 2004 – avisierter Baubeginn für Amrumbank West: 2008
- 2006 – Eon kündigt an, bei der Offshore-Windkraft „die führende Rolle" zu übernehmen bis 2011 in deutschen Gewässern Anlagen mit 500 MW Leistung zu errichten
- 2008 – der zuständige Eon-Manager wird mit den Worten zitiert: „Endlich geht es los"
- 2010 – Eon terminiert die „endgültigen Inbetriebnahme" von Amrumbank West „bis spätestens 2014″
- 2011 – „ab 2015″, so die aktuelle Ankündigung, soll der Windpark Strom ins Netz einspeisen
Doch nicht einmal darauf will sich Eon in der Zeitungsannonce festlegen. Dort heißt es: „Mit dem Bau des Hochsee-Windparks Amrumbank West werden wir in wenigen Jahren weitere 650.000 Menschen in Deutschland mit grünem Strom versorgen.“
Wow, „in wenigen Jahren"! Der Konzern wirbt also mit einem Projekt, das er bereits seit einem Jahrzehnt in Arbeit hat und dessen Fertigstellung nicht genau feststeht. Hatte die Frau Kuhn in der Annonce nicht nach etwas „Konkretem" gefragt??
P.S.: Sie fragen sich, was aus Eons Ankündigung von 2006 geworden ist? Bis heute ist bloß der Windpark „Alpha Ventus" am Netz – und dessen 60 MW muss sich der Konzern auch noch mit Vattenfall und EWE teilen. Aus einst versprochenen 500 MW wurden also lediglich 20 MW. Für die „Energie der Zukunft" wünschen wir Eon mehr Erfolg.
Vielen Dank an „Der Klima-Lügendetektor“.
Kommentar von uns: Die Atomkonzerne wollen keine „Energie der Zukunft“, die wollen nur eins: sehr viel Geld verdienen. Den grünen Strom machen derweil Hunderttausende Bürger mit Tausenden von Solar- und Windenergieanlagen. Deren Anteil liegt mittlerweile bei rund zwanzig Prozent. Kaufen Sie Ihren Strom dort, wo auch garantiert grüner Strom verkauft wird. Zum Beispiel bei EWS Schönau.
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