20. Dezember

Klimakonferenz grandios gescheitert

ZDF-Umweltexperte Volker Angres in den Heute-Nachrichten (19.12.09, 19 Uhr) zum Ergebnis der Klimakonferenz:

„Es ist ein einziger Scherbenhaufen, ein Desaster. Zwölf Jahre lang internationale Klimadiplomatie sind den Bach runter gegangen. Wir sind hinter das Kyoto-Protokoll damit zurückgefallen und es ist völlig unklar, ob das jemals wieder aufzuholen ist. Mehr:

Weitere Kommentare:
B.U.N.D.: Bankrotterklärung der Staats- und Regierungschefs
Greenpeace: Die großen Verlierer: das Klima und die Bevölkerung der ärmsten Länder dieser Welt

Was nun?

Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder muss der Klimawandel so weit voranschreiten, dass die Weltpolitik ihr Pokerface ablegen muss - dann wird es aber zu spät sein. Oder die unüberhörbaren Stimmen der Zivilgesellschaften müssen noch lauter werden.

Jede/r Einzelne kann etwas tun!

Politischen Druck machen - Umweltfreundlich reisen - Energiesparcheck zu Hause - Bewusst einkaufen - Ökostrom beziehen. Mehr:

Warnungen aus der Klimaforschung

02.01.10 Im Vorfeld der Klimakonferenz von Kopenhagen (Dezember 2009) warnte die Klimaforschung eindringlich vor den Folgen eines ungebremsten Klimawandels. Dabei wurden folgende Erkenntnisse besonders herausgestellt:

- Anstieg der Treibhausgasemissionen und Erderwärmung verlaufen schneller als bisher angenommen

- Die arktischen und antarktischen Eismassen schmelzen schneller als bisher prognostiziert.

- Unser Klima steuert auf sogenannte Kipppunkte (engl. Tipping points) zu. Wenn diese überschritten werden, wird sich die Klimakatastrophe durch die dadurch ausgelösten Veränderungen verselbständigen und durch die Menschheit nicht mehr beeinflussbar sein. Solche Kipppunkte sind z.B.

  •    gewaltige Methanfreisetzungen beim Auftauen von Permafrostböden in Sibirien,
  •    das Abschmelzen der Grönland-Eismassen,
  •    der Kollaps des Amazonas-Regenwalds,
  •    das Absterben von Korallenriffen durch Meeresversauerung

- Der Meeresspiegel wird bis 2100 um 1-2 m ansteigen, wenn die Treibhausgase nicht reduziert werden.

- Die Treibhausgase verbleiben für mehrere hundert Jahre in der Atmosphäre und bewirken einen nicht mehr rückholbaren globalen Temperaturanstieg in den nächsten tausend Jahren.

- Deshalb dürfen die Treibhausgasemissionen spätestens 2015-2020 ihren Höhepunkt erreichen und müssen danach weltweit rapide abnehmen, damit eine Klimakatastrophe noch vermieden werden kann.

Die oben angeführten neuesten Erkenntnisse der Klimaforschung und viele weitere Hintergrundinformationen finden Sie in zwei englischsprachigen Berichten aus dem Jahr 2009 über die folgenden Links: Synthesis report und Diagnosis report


Deutschlandfunk, Wissenschaft im Brennpunkt, 6.12.09

Klima auf der Kippe

Wann die Erderwärmung wirklich kritisch wird
Von Volker Mrasek

Sendung verpasst?
Hier zum Nachhören,
hier zum Nachlesen.

Kurzinfo zur Sendung

Kritik am Koalitionsvertrag

Umwelthilfe: Ziele der Regierung und Umweltschutzversprechen passen nicht zusammen.

„Die Senkung der CO2-Emmissionen um 80 % sind überhaupt nicht erreichbar, wenn wir neue Kohlekraftwerke bauen. … Die Absicht der Koalition, weitere Kohlekraftwerke in Deutschland zu errichten, steht in einem unauflösbaren Widerspruch zu dem, was man in den Klimazielen verabredet hat. Und wer das tut, wird das Land in absehbarer Zukunft vor die Alternative stellen, entweder die Klimaziele aufzugeben oder die Milliarden an investiertem Kapital zu vernichten,“ so die Deutsche Umwelthilfe DUH.

Bericht im Deutschlandfunk: Text oder Audio

Nach Kopenhagen: Jetzt erst recht handeln!

Die Temperaturen steigen: Regisseur Nic Balthazar gelingt es, am Strand von Ostende die Dramatik des Klimawandels darzustellen. Dieser Film hinterlässt eine Gänsehaut.

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Maßnahmen gegen die Klimakatastrophe

02.01.10 Neben einem verbindlichen weltweiten Abkommen zur Begrenzung der globalen Erwärmung (das in Kopenhagen 2009 nicht zustande gekommen ist) kann auf verschiedenen Ebenen sofort mit der Umsetzung von wirksamen Maßnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe begonnen werden. Hierzu einige Beispiele:

Europa und angrenzende Regionen:

Vernetzung von Windernergie, Wasserkraft und Solarenergie mit einem intelligenten Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetzes (HGÜ). Mehr:

National umsetzbare Konzepte:

Ausbau der dezentralen (aber zentral steuerbaren) Kraft-Wärme-Kopplung (s. z.B. die Kooperation von VW und Lichtblick für hocheffiziente „Zuhausekraftwerke“). Mehr:

Lokale und regionale Konzepte:

Integrierte Konzepte zur Erhöhung der Energieeffizienz (s. z.B. das Schweizer Konzept einer 2000 Watt-Gesellschaft). Mehr:

Veränderungen des individuellen Verhaltens:

Auch ein verändertes Verhalten jedes Einzelnen ist gefragt: von einem umweltbewussten Verkehrs- und Reiseverhalten über den Bezug von Ökostrom bis hin einer effizienteren Nutzung von Heizenergie. Mehr:

Atomenergie ist keine Alternative

Die Atomenergie ist keine ethisch vertretbare Alternative, da für wenige Jahrzehnte Nutzung als „Brückentechnologie“ der Nachwelt für eine Million Jahre strahlender und hochgiftiger Müll hinterlassen wird.