Atomenergie: Gefährlicher Größenwahn von gestern

Die Atomenergie hat ihre Zukunft schon hinter sich. Einst angepriesen als unerschöpfliche Energiequelle erweist sie sich nun als schwerfälliger Dinosaurier der Energiewirtschaft, der wegen mangelnder Steuerungsfähigkeit mit erneuerbaren Energien nicht kompatibel ist. Ganz zu schweigen von dem seit Jahrzehnten ungelösten Problem, dass unserer Nachwelt für eine Million Jahre strahlender und hoch­giftiger Müll hinterlassen wird. Auf dieser Seite haben wir Ihnen wichtige Hintergrundinformationen zusammengestellt.

Laufzeitverlängerung von AKWs und neue Kohlekraftwerke überflüssig – keine Stromlücke in Sicht

Studie des Fraunhofer-Institut IWES belegt: Der Bedarf an konventionellen Großkraftwerken, die im Dauerbetrieb Strom produzieren, schrumpft im Jahr 2020 auf etwa die Hälfte.

„Nach den Ergebnissen der Studie sind alle Investitionen in zusätzliche fossile Kraftwerke, die auf eine dauerhafte Auslastung angewiesen sind, unwirtschaftlich. Denn diese Kraftwerke werden sich angesichts der realen Bedingungen von Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt nicht rentieren“, schlussfolgert Björn Klusmann, BEE-Geschäftsführer.
Hintergrundpapier zur Fraunhofer IWES-Studie.

Auch das Umweltbundesamt kommt in in seiner Studie „Atomausstieg und Versorgungssicherheit“ zu dem Ergebnis: „Der bis zum Jahr 2020 vorgesehene Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie gefährdet nicht die Versorgung Deutschlands mit Strom.“

Umweltbundesamt: „Eine Stromlücke ist nicht in Sicht
Aktueller Kommentar aus der ZEIT
• hjk

Deutschland ist Stromexport-Weltmeister

Seit vielen Jahren exportiert Deutschland Strom in immer größeren Mengen. Und das obwohl in den letzten Jahren oft über Monate bis zu sechs AKWs wegen Pannen und Revisionen still standen und die AKWs Stade und Obrigheim ganz still gelegt wurden.

Seit Jahrzehnten tischt uns die Stromindustrie immer wieder die Lüge von der angeblichen „Stromlücke“ auf, um ihre Interessen  durch­zudrücken. Die steigenden Strom­exporte belegen, dass es keine Engpässe in der Strom­erzeu­gung gibt. Im 1. Quartal 2010  erreichte der Exportüber­schuss den Rekord­wert von 9 TWh (Tera­watt­stunden = Milliarden kWh). Das ent­spricht ziemlich genau der Strom­menge, die in der gleichen Zeit – also in drei Monaten – in den alten Reaktoren Biblis A und B, Neckar­west­heim 1,Isar 1, Phillipsburg und Grafen­rhein­feld erzeugt wurde. Aufs Jahr hochgerechnet sind das über 36 TWh. (Diese Zahlen sind der reine Export-Überschuss, Importe sind abgezogen.)

Wir erinnern uns: schon in den Siebziger Jahren drohte der damalige Ministerpräsident Filbinger (CDU) mit ausgehenden Lichtern, sollte das Atomkraftwerk Wyhl am Kaiserstuhl nicht gebaut werden – es wurde dank Bürgerprotesten nie gebaut. • hjk

Die Atomlüge

Ein Film des NDR-Fernsehen stellt die drängenden Fragen und erhält zum Teil nur Achselzucken, Ausflüchte, aber auch erschreckende Antworten.

Atomstrom ist sauber, sicher, effizient und billig — behauptet die Atomindustrie. Aber: Wie sicher sind heute deutsche Atomkraftwerke im alltäglichen Betrieb und in Zeiten der Terrorgefahr wirklich? Was passiert wenn doch etwas passiert? Sind unsere Behörden und Einrichtungen für den Ernstfall einer AKW -Havarie vorbereitet? Was hat es mit den Leukämiefällen im Umkreis von AKWs auf sich?

Sehen Sie den Film hier, weitere Infos zum Film hier.
Danke an Buki für den Hinweis. • hjk

Bundesregierung hält Bericht zur Versorgungssicherheit zurück

Die Bundesregierung ist laut Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet, alle zwei Jahre, aktuell zum 31. 7. 2010, einen Monitoringbericht zur Versorgungssicherheit zu veröffentlichen. Das ist bis heute nicht geschehen.

Greenpeace klagt jetzt gegen die Bundesregierung. „Schon der Bericht aus 2008 kommt zu dem Schluss, dass die Versorgungssicherheit auch bei einem Atomausstieg bis 2020 gewährleistet ist. Es ist zu vermuten, dass der Bericht 2010 aus politischen Gründen zurückgehalten wird, um den vorgesehenen und möglichen Verzicht auf die weitere Nutzung der Atomenergie nicht noch deutlicher zu machen,“ so Greenpeace in der Klageschrift.