Atomenergie: Gefährlicher Größenwahn von gestern
Laufzeitverlängerung von AKWs und neue Kohlekraftwerke überflüssig – keine Stromlücke in Sicht
„Nach den Ergebnissen der Studie sind alle Investitionen in zusätzliche fossile Kraftwerke, die auf eine dauerhafte Auslastung angewiesen sind, unwirtschaftlich. Denn diese Kraftwerke werden sich angesichts der realen Bedingungen von Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt nicht rentieren“, schlussfolgert Björn Klusmann, BEE-Geschäftsführer.
Hintergrundpapier zur Fraunhofer IWES-Studie.
Auch das Umweltbundesamt kommt in in seiner Studie „Atomausstieg und Versorgungssicherheit“ zu dem Ergebnis: „Der bis zum Jahr 2020 vorgesehene Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie gefährdet nicht die Versorgung Deutschlands mit Strom.“
Umweltbundesamt: „Eine Stromlücke ist nicht in Sicht“
Aktueller Kommentar aus der ZEIT
• hjk
Deutschland ist Stromexport-Weltmeister
Seit Jahrzehnten tischt uns die Stromindustrie immer wieder die Lüge von der angeblichen „Stromlücke“ auf, um ihre Interessen durchzudrücken. Die steigenden Stromexporte belegen, dass es keine Engpässe in der Stromerzeugung gibt. Im 1. Quartal 2010 erreichte der Exportüberschuss den Rekordwert von 9 TWh (Terawattstunden = Milliarden kWh). Das entspricht ziemlich genau der Strommenge, die in der gleichen Zeit – also in drei Monaten – in den alten Reaktoren Biblis A und B, Neckarwestheim 1,Isar 1, Phillipsburg und Grafenrheinfeld erzeugt wurde. Aufs Jahr hochgerechnet sind das über 36 TWh. (Diese Zahlen sind der reine Export-Überschuss, Importe sind abgezogen.)
Wir erinnern uns: schon in den Siebziger Jahren drohte der damalige Ministerpräsident Filbinger (CDU) mit ausgehenden Lichtern, sollte das Atomkraftwerk Wyhl am Kaiserstuhl nicht gebaut werden – es wurde dank Bürgerprotesten nie gebaut. • hjk
Die Atomlüge
Atomstrom ist sauber, sicher, effizient und billig — behauptet die Atomindustrie. Aber: Wie sicher sind heute deutsche Atomkraftwerke im alltäglichen Betrieb und in Zeiten der Terrorgefahr wirklich? Was passiert wenn doch etwas passiert? Sind unsere Behörden und Einrichtungen für den Ernstfall einer AKW -Havarie vorbereitet? Was hat es mit den Leukämiefällen im Umkreis von AKWs auf sich?
Sehen Sie den Film hier, weitere Infos zum Film hier.
Danke an Buki für den Hinweis. • hjk

Bundesregierung hält Bericht zur Versorgungssicherheit zurück
Greenpeace klagt jetzt gegen die Bundesregierung. „Schon der Bericht aus 2008 kommt zu dem Schluss, dass die Versorgungssicherheit auch bei einem Atomausstieg bis 2020 gewährleistet ist. Es ist zu vermuten, dass der Bericht 2010 aus politischen Gründen zurückgehalten wird, um den vorgesehenen und möglichen Verzicht auf die weitere Nutzung der Atomenergie nicht noch deutlicher zu machen,“ so Greenpeace in der Klageschrift.
Die Atomlügen
Lüge Nr. 1 - Atomkraft ist sauber, also fast CO2-frei. Wenn man bei der CO2-Bilanz die Urangewinnung, den Bau und Abbau der Kraftwerke und die Atommüllentsorgung mit einbezieht, kommt man auch auf erhebliche CO2-Werte: Atomkraftwerke erzeugen die siebenfache Menge CO2 pro kWh verglichen mit Wind- und Solarenergie (Quelle).
Lüge Nr. 2 - Atomstrom ist billig. Die geplante Entsorgung des Mülls, vor allem in der Asse, wird nach ersten Schätzungen vier Milliarden Euro kosten. Das zahlt allein der Steuerzahler. Dazu kommen beispielsweise die Erkundungen von Gorleben, der Ausbau von Schacht Konrad und die Rettung von Morsleben. Werden diese Kosten dazugerechnet, ist Atomstrom alles andere als billig.
Eine Studie von Greenpeace ermittelte für den Zeitrraum 1950 bis 2008 staatliche Subventionen in Höhe von 164,7 Milliarden Euro. Die Bundesregierung habe die Höhe der Subventionen hingegen nur auf 200 Millionen Euro beziffert, so Greenpeace. 10 Prozent der Staatsverschuldung gehen also allein auf das Konto der Atomenergie.
Monitor und Frontal 21
Lüge Nr. 3 - Deutsche Kraftwerke sind sicher. Die sogenannte Kikk-Studie zu Kinderkrebs rund um Atomkraftwerke (AKW) hat herausgefunden, dass das Leukämierisiko für Kinder im Umkreis der Kraftwerke signifikant erhöht ist. Eine andere beunruhigende Erkenntnis ist, dass die Terrorgefahr auch hinsichtlich der AKW erhöht ist. Geheime Studien bestätigen, dass die alten deutschen Reaktoren einem Terrorangriff aus der Luft nicht standhalten würden.
Lüge Nr. 4 - Ohne Atomstrom droht eine Versorgungslücke. Alternative Techniken der Energiegewinnung sind mittlerweile so weit entwickelt, dass nur noch der politische Wille fehlt, um die Energieversorgung an die alternativen Erzeuger zu übergeben. Wenn alle alternativen Energiemöglichkeiten ausgeschöpft werden und gleichzeitig alle Energiesparmöglichkeiten ausgenutzt werden, wäre die Abschaltung aller AKW möglich. hjk
Quelle: NDR
Bericht Frontal 21
