Erneut defekte Spaltelemente im
Atomkraftwerk Gundremmingen
Im letzten AKW Deutschlands mit veralteten Siedewasserreaktoren häufen sich die Schäden an den Spaltelementen (verharmlosend auch „Brennelemente" genannt). Das überrascht Fachleute nicht, da infolge des Siedens – also Kochens – des Wassers zwischen den Spaltelementen (SE) diese schnellen Temperaturänderungen ausgesetzt sind und somit zu Materialschäden neigen.
In Siedewasserreaktoren ist auch der Wärmeübergang von den Spaltelementen zum Wasser des Hauptkreislaufes unregelmäßiger und somit materialstrapazierender als in Druckwasserreaktoren. Zugleich führen die Dampfblasen dazu, dass die Neutronenstrahlen immer wieder ungebremst die Hüllen der Spaltelemente treffen und schwächen.
Hinzu kommt, dass das AKW Gundremmingen Vorreiter bei reaktortechnischen Versuchen spielt. Es war auf der Welt das erste AKW mit Siedewasserreaktoren, das in großem Umfang die brisanten MOX-Spaltelemente eingesetzt hat.
Dagegen haben Umweltschützer 1991/92 mit 40.000 Einwendungen protestiert. Aber Bayerns Umweltminister Gauweiler und Goppel hatten keine Skrupel, diesem Plutoniumversuch in Gundremmingen freie Bahn zu verschaffen.
Das AKW Gundremmingen ist der letzte Standort Deutschlands, wo zwei Reaktoren an einem Ort betrieben werden. Und das sind auch noch die letzten Siedewasserreaktoren unseres Landes. Sie haben nur einen Hauptkreislauf und in ihnen werden durch die ungebremste Neutronenstrahlung die Materialien des Reaktordruckbehälters wie der Spaltelemente stärker strapaziert. • rkamm, Foto: Felix König
