GAU — der „Auslegungsstörfall“

Ein GAU (Größter Anzunehmender Unfall) ist ein schwerer Störfall in einem Atomkraftwerk, für den die Anlage noch ausgelegt ist (Auslegungsstörfall), ohne dass radioaktive Strahlung über die zulässigen Grenzwerte hinaus aus der Anlage austritt. Es ist der größte Unfall, der bei der Planung einer kerntechnischen Anlage angenommen wird, und dessen Beherrschbarkeit im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens nachzuweisen ist.

Super-GAU

Für einen Super-GAU ist ein AKW nicht ausgelegt! Er kann jeden Tag eintreten! Mit verheerenden Konsequenzen.

Der Super-GAU kann jeden Tag passieren

Die ›Deutsche Risikostudie Kernkraftwerke Phase B‹ von 1989 beziffert das Risiko eines Super-GAUs aufgrund technischen Versagens in einem westdeutschen Atomkraftwerk mit 0,003 Prozent pro Jahr. Das klingt wenig. Aber allein in der EU gibt es (Stand Ende 2007) 146 Atomkraftwerke. Bei einer Betriebszeit von 40 Jahren käme es hier demnach mit einer Wahrscheinlichkeit von über 16 Prozent zu einem Super-GAU. Viele mögliche Störfallszenarien und gefährliche Altersmängel in den Reaktoren sind dabei gar nicht berücksichtigt – genauso wenig wie alle Unfälle, die, wie Harrisburg und Tschernobyl, unter anderem durch menschliches Versagen passieren.

Verheerende Folgen

Nehmen Sie einen Zirkel und ziehen Sie einen Kreis von ca. 300 Kilometer um Ihren Heimatort. Wenn es in einem der Atomkraftwerke in diesem Kreis zu einem schweren Unfall kommt, zu einem Super-GAU, wenn ein Teil des radioaktiven "Inventars" des AKW austritt und der Wind in Richtung Ihres Wohnortes weht, dann werden Sie diese Ihre Heimat, mit allem was Sie in Jahrzehnten mühevoll aufgebaut haben, schnell und endgültig verlassen müssen und froh sein, einfach nur zu überleben.

Ein Beispiel für einen Super-GAU ist die Havarie in Tschernobyl.