Windenergie: Auch in Waldkirch nutzen!
Bis heute produziert auf Waldkircher Gemarkung kein einziges Windrad umweltfreundlichen Strom. Ganz im Gegensatz zu Freiamt, das mehr Strom erzeugt als es verbraucht. Dabei können Windräder besonders kostengünstig Ökostrom erzeugen.
Warum Windräder?
Unsere Bürgerinitiative fordert eine flexiblere Genehmigungspraxis für Windstandorte, da Windräder mit ihrer hohen Stromproduktion einen wirksamen Beitrag gegen die sich beschleunigende Klimakatastrophe leisten. Außerdem bringen sie den Standortgemeinden Gewerbesteuer- und Pachteinnahmen und ermöglichen ihren Bürgern in Zeiten der Wirtschaftskrise eine sichere Geldanlage in Sachwerte.
Bis jetzt gibt es in der Verwaltungsgemeinschaft Waldkirch-Gutach-Simonswald kein einziges ausgewiesenes Vorranggebiet für die Windkraftnutzung. Lediglich auf Simonswälder Gemarkung gibt es auf der Platte 3 ältere Windräder, die schon vor der Ausweisung von Vorranggebieten erstellt wurden.
Seit 2009: Bewegung auf der politischen Bühne!
Vom Emmendinger Kreistag wurde im Februar 2009 eine Verdopplung der Windkraft im Landkreis Emmendingen gefordert.
Der Regionalverband Südlicher Oberrhein (RVSO) hat im Juli 2009 mit dem Abschlußbericht seines "AK Windenergie" eine Überprüfung der bisherigen Standortplanung beschlossen und ist auch bereit für Standorte in der Nähe von genehmigten Vorranggebieten sogenannte Zielabweichungsverfahren durchzuführen.
Die Landesregierung bekennt sich im Energiekonzept 2020 ausdrücklich zum Ausbau der Windkraftnutzung und will, dass in Baden-Württemberg bis 2020 mindestens 20 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein Zubau von rund 170 Anlagen mit 370 Megawatt erforderlich. Wirtschaftsminister Pfister will deshalb lt. einer Pressemitteilung vom Juli 2009 bei den Regionalverbänden und Kommunen für eine stärkere Nutzung der Windkraft werben. Er sprach sich in einer Pressemitteilung vom 18.3.2010 auch für die Nutzung von Zielabweichungsverfahren und die Neuausweisung weiterer Vorranggebiete aus.
Fazit für Waldkirch: Unsere BI sieht nun die Stadt am Zug, gemeinsam mit den Stadtwerken interessante Windstandorte zu identifizieren und dem RVSO zur Ausweisung als Vorranggebiete vorzuschlagen. Dies ist auch deshalb wichtig, weil 2011 der gültige Regionalplan überarbeitet wird und es wegen des Klimawandels und der zunehmenden Akzeptanz von Windrädern in der Bevölkerung mit der Ausweisung weiterer Vorranggebiete zu rechnen ist. Im "Ersten Monitoring-Bericht zum Energiekonzept 2020" für das Wirtschaftsministerium wird dies jedenfalls für "zwingend erforderlich" erklärt (S. 13).
Potentielle Standorte in Waldkirch
Vom Regionalverband wurde der Elmlesberg zwischen Siensbach und Simonswald erneut ins Gespräch gebracht. Im derzeit gültigen Regionalplan von 2006 war dieser Standort noch wegen visueller Beeinträchtigung des Landschaftsbilds durchgefallen.
Inzwischen wurden jedoch Zweifel laut, ob der Elmlesberg wirklich ein guter Standort ist. Er ist nämlich in einem Umkreis von 10 km von höheren Bergen umgeben, die die Windausbeute beeinträchtigen könnten. Auf Initiative unserer BI hat Andreas Markowsky von der Ökostromgruppe Freiburg die besser exponierten Gebiete „Kandelrücken“ und "Kranzkopf" als geeignetere Standorte identifiziert. Anfang März 2010 haben OB Leibinger und Bauamtsleiter Kulse die Anregungen von Hr. Markowsky aufgegriffen und ein Vorgespräch mit Regionalverbandsdirektor Karlin geführt um diese Standorte in die anstehende Fortschreibung des Regionalplans einzubringen. Der Technische Ausschuß des Gemeinderats befasste sich in seiner Sitzung am 13.4.10 mit einem entsprechenden Sachstandsbericht von Bauamtsleiter Kulse. Unsere BI warb mit einem offenen Brief an OB Leibinger und die Ausschußmitglieder dafür, schon jetzt Standortvorschläge für die Fortschreibung des Regionalplans auszuarbeiten und ein gemeinsames Vorgehen der Verwaltungsgemeinschaft Waldkirch-Gutach-Simonswald anzustreben. Außerdem solle auch das Wirtschaftsministerium in Stuttgart vom Interesse Waldkirchs an neuen Windstandorten informiert werden. Unsere Anliegen fanden in der TA-Sitzung erfreulicherweise durch alle Fraktionen volle Unterstützung.
Gutach-Oberspitzenbach
Weiterhin abgelehnt wird vom Regionalverband ein Standort in Oberspitzenbach (einige hundert Meter nördlich vom Schillingerberg). Als Gründe werden angeführt, dass dort der Bau dreier neuer Windräder „zu einer Längserstreckung der Anlagengruppe von über 2 km führe, sodass eine visuell wahrnehmbare Anlagenbündelung nicht erreicht werden könne. Darüber hinaus würden Pufferabstände zu einem benachbarten Naturschutzgebiet (Magerwiese) sowie Mindestimmissionsschutzabstände zu Wohngebäuden teilweise deutlich unterschritten“. Die genannten Gründe sind unserer BI in ihrer Pauschalität nicht einsichtig und müssen nochmals eingehend überprüft werden. Bürgermeister Singler hat zwischenzeitlich einen Auftrag zur Bestimmung potenzieller Windkraftstandorte erteilt (BZ vom 24.2.2010).
Simonswald
Auf Simonswälder Gemarkung gibt es bei den Plattenhöfen drei Windräder, die schon im Jahr 2000, also lange vor Inkrafttreten des Regionalplans 2006 außerhalb der späteren Vorranggebiete errichtet wurden. Sie haben jeweils eine Leistung von 1,05 MW und eine Nabenhöhe von 70 m. Betreiber ist der mittelständische Unternehmer Karl Schlecht und das von ihm gegründete Unternehmen Wintus. Im Abschlußbericht des RVSO-Arbeitskreises Windenergie (2009) wurden diese Anlagen in die engere Auswahl für eine Repowering-Genehmigung aufgenommen.
Im Februar 2010 hat im "Deutschen Hof" eine stark besuchte Veranstaltung von Ökologischer Liste und BLHV stattgefunden ("Vom Land-zum Energiewirt"). Der Wunsch nach einem Ausbau der Windenergie auch in Simonswald stieß auf große Zustimmung und es wurde noch am selben Abend eine Interessensgemeinschaft zur Identifizierung potenzieller Standorte gegründet.
ws
