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EU-Staaten fordern Subventionen für Atomstrom

13.04.12 Frankreich, Großbritannien, Polen und Tschechien wollen neue AKW bauen und fordern, dass die EU die Atommeiler als „emissionsarm“ genauso fördert wie erneuerbare Energien.

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung soll sowohl der Bau von AKW als auch die Einspeisung von Atomstrom subventioniert werden. Der bis 2050 geplante Umstieg Europas auf emissionsarme Energieanlagen müsse „tech­no­logie­neutral" erfolgen, heißt es in Briefen an Energiekommisar Oettinger.

Aus Regierungskreisen in Berlin verlautet, die Bundesregierung habe sich noch nicht geeinigt, ob sie in Brüssel für oder gegen die Gleichbehandlung von erneuerbarer und nuklearer Energie stimmt. Rösler und Röttgen wollten sich nicht dazu äußern.

Ganz nebenbei macht dieser Vorstoß deutlich, dass Atomstrom keineswegs so günstig ist, wie Interessenvertreter gebetsmühlenartig behaupten. Wind- und Solarstrom wird bald günstiger produziert als Strom aus Atommeilern. Wärend die neuen Energien also in absehbarer Zeit auf Subventionen ver­zichten können, soll eine seit Jahrzehnten etablierte Kerntechnik sub­ventio­niert werden, weil sie offenbar immer noch nicht rentabel ist. Eine wirt­schaft­liche Bank­rott­erklärung der Atomindustrie.

Dabei fließen ohnehin jedes Jahr viele Millionen Euro Subventionen in Form von Forschungsmitteln in die Kernenergie. Laut Greenpeace sollen bislang allein in Deutschland 200 Milliarden Euro an Subventionen in die Atomkraft geflossen sind.

Das siebte Rahmenprogramm der europäischen Atom­ge­mein­schaft (Eura­tom) stellt allein für den Zeitraum 2007 bis 2011 über 2,5 Mil­liar­den Euro zur Verfügung. Eine idiotische Verschwendung von Steuer­gel­dern angesichts der mittel­fristig machbaren Voll­ver­sor­gung durch erneuer­bare Energien, die einen Bruchteil dieser Kosten verursachen. • hjk